Die Tagesanlagen der Grube Samson


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Das Bergwerksmuseum Grube Samson in Sankt Andreasberg zeigt Bergbautechnik aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die bergbaulichen Anlagen sind teilweise noch im Originalzustand erhalten. Der amerikanische Ingenieur-Verband "American Society of Mechanical Engineers" setzte die Schachtanlage 1987 auf die Liste der internationalen historischen Maschinenbau-Denkmäler, diese Auszeichnung ist derzeit einmalig in Deutschland, seit 2010 ist die Grube Samson außerdem UNESCO-Welterbestätte. Der Gaipel der Grube Samson beheimatet außerdem unser Harzer Roller-Kanarien-Museum, hier wird eine weitere wichtige Lebensgrundlage der Bergleute vor ca. 100 Jahren gezeigt.

Die Erztonne im Gaipel
Die Erztonne im Gaipel

Nicht zuletzt die weltweit einzigartige Drahtseil-Fahrkunst macht die Grube international so bedeutungsvoll. Es sind aber auch die vielen kleinen Dinge, die dazu beitragen, daß der Besucher etwas von der Atmosphäre der Bergbau-Vergangenheit aufnimmt. Der »Duft« im Gaipel, die alten Holzgebäude und Wasserräder, die hölzerne Erz- und Beschädigtentonne und das originale Werkzeug der Bergmänner vermitteln einen sehr lebendigen Eindruck der Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert.

Das große Kunstrad (Wasserrad mit einem Durchmesser von 12 m) ist seit 1995 wieder drehbar gelagert. Es wird während der Führung mit Wasser beaufschlagt und macht so sehr anschaulich das Funktionsprinzip eines Wasserrades deutlich. Heute wird mit dem Rad (Leistung ca. 500 W bei 4 Liter/s) nur eine Pleuelstange bewegt, bis 1922 sorgte es für den Antrieb der Fahrkunst. Damals konnten 50 Bergleute gleichzeitig ein- bzw. ausfahren.

Am Ende der Führung folgt dann noch ein Highlight für die jüngeren Besucher: Der Weg aus dem Bergwerk führt durch die ehemalige Tagesrösche (Stollen) der Grube Samson.

Tagesrösche der Grube Samson
Tagesrösche der Grube Samson

Bergbau soll hier nicht glorifiziert, sondern möglichst authentisch dargestellt werden. Schwere körperliche Arbeit bei kargem Lohn – wer will das heute noch? Die Arbeitsbelastung der Bergleute damals ist nur schwer vorstellbar. Sie genossen aber schon im 18. Jahrhundert eine soziale Absicherung, darauf mußten andere Bevölkerungsschichten noch sehr lange warten.

Früher stand alles im Dienste des Bergbaues, Wald und Wasser waren die Grundlagen für den Betrieb. Die sichtbaren Schäden durch den Bergbau (großflächige Entwaldung durch Luftverschmutzung und Forstwirtschaft u.v.a.) gehören der Vergangenheit an. Selbst die Halden wachsen langsam zu. Aus dem einstigen Wirtschaftswald entsteht heute im Gebiet des Nationalparks Harz wieder ein Urwald, wie es ihn vor der Bergbauzeit gegeben haben könnte.

Das Wasser des Oderteiches, das durch den Rehberger Graben nach Sankt Andreasberg fließt, wird auch heute noch genutzt: 6 Wasserkraftwerke (zwei davon im Samsonschacht) versorgen die Stadt mit Strom. Mehr als 90 Prozent des elektr. Energiebedarfs der Nationalparkgemeide wird so umweltfreundlich aus Wasserkraft gewonnen.

Für die kleine Bergstadt Sankt Andreasberg war Bergbau über mehr als 390 Jahre hinweg der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Die Bevölkerung ist entsprechend stolz auf die Leistung ihrer Vorfahren.

Glückauf!

Zuletzt aktualisiert am 23.04.2017