Geschichte

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Nachbergbauzeit von 1910 bis heute

Nach Ende des fiskalischen Bergbaus geht die Wasserwirtschaft vom Bergfiskus an den Forstfiskus über. Berginspektor Werner, der letzte Berginspektor in Sankt Andreasberg, schreibt 1912 folgenden Schlußsatz in seine Denkschrift »Die Wasserwirtschaft von St. Andreasberg im Harz«:

Der Lebensnerv, von dem das Wohl und Wehe der Stadt und ihrer Bewohner abhängt, wird nach allem noch auf viele Jahre hinaus die Kraft sein, welche mit dem Wasser des Oderteiches durch den Rehberger Graben nach St. Andreasberg herangeleitet wird.

Weil die Wasserwirtschaft als einziges Erbe des Bergbaus bis heute fortbesteht und die Grube Samson durch diesen Umstand erhalten werden konnte, ist der Schwerpunkt dieser Seite die Wasserwirtschaft.



1912 Auch die Silberhütte wird geschlossen. Die Harzer Werke »Glück Auf« erhalten die fiskalischen Wassergefälle, sie müssen aber in ihrem Betrieb soviele Arbeiter beschäftigen, wie zuletzt in der Hütte tätig waren. Die Wasserkraftwerke »Silberhütte« und »Sieberstollen« nehmen ihren Betrieb auf.

Kraftwerk Sieberstollen
Kraftwerk Sieberstollen in 190 m Teufe

1920-1930 Die Ilseder Hütte unternimmt Untersuchungsarbeiten in der Grube Roter Bär. Bis zu 42 Bergleute sind hier beschäftigt. Die Erzförderung erfolgt durch den Schacht Samson.
1922 Das Kraftwerk Grüner Hirsch wird im Samsonschacht installiert. Die Fahrkunst wird seitdem nicht mehr durch das Kunstrad angetrieben.

Harzer Werke
    Glück Auf
Harzer Werke Glück Auf

1927 Alle Wasserkraftwerke der Harzer Werke »Glückauf« werden nach dem Tod von Dr. R. Alberti an die Licht- und Kraftwerke Harz verkauft. In Sankt Andreasberg leben ca. 4000 Einwohner. Die wirtschaftliche Situation ist sehr schlecht, man spricht vom »...Notstandgebiet St. Andreasberg...« und von der »...katastrophalen Lage unserer Bergstadt...« und sogar von »...gestorbenem Land...«.

Turbinenregler Kraftwerk 
Sieberstollen
Turbinenregler Kraftwerk Sieberstollen in 190 m Teufe

1931-1943 Der Andreasberger Geschichtsverein betreibt das Bergwerksmuseum Roter Bär.
1944 Die letzten Wasserkraftwerke der Holz- und Papierindustrie werden stillgelegt.

Papierfabrik Steckel
Papierfabrik Steckel

1951 Eröffnung des Bergwerkmuseums Grube Samson.

Die letzten Bergleute der Grube
Samson im Jahre 1951
Die letzten Bergleute der Grube Samson im Jahre 1951

1970 Der Synchrongenerator des Kraftwerks Sieberstollen wird durch einen Asynchrongenerator ersetzt.

Schaltwarte Grüner Hirsch im Jahre
1967
Schaltwarte Grüner Hirsch in 130 m Teufe im Jahre 1967. Die Schaltwarte war rund um die Uhr besetzt.

1980 Kraftwerk Teichtal erhält eine Ossberger-Turbine, der Synchrongenerator wurde schon Jahre zuvor gegen einen Asynchrongenerator ausgewechselt.
1987 Die Fahrkunst ist seit 150 Jahren in Betrieb. Der amerikanische Ingenieur-Verband »American Society of Mechanical Engineers« setzt die Schachtanlage der Grube Samson 1987 auf die Liste der internationalen historischen Maschinenbau-Denkmäler.
1991 Der Oderteich und der Rehberger Graben werden seit dem 01.04. nicht mehr durch die Forst sondern von den Harzwasserwerken des Landes Niedersachsen bewirtschaftet.
1991 Das Kraftwerk Grüner Hirsch erhält einen Asynchrongenerator. Alle Wasserkraftwerke der LKH im Andreasberger Revier verfügen somit über einen wartungsarmen Asynchrongenerator.
1995 Das Kunstrad der Fahrkunst wird erneuert und nun wieder drehbar gelagert.
1996 Die Harzwasserwerke des Landes Niedersachsen werden in eine GmbH umgewandelt.

Mitarbeiter der Licht- u. Kraftwerke
Harz auf der Fahrkunst
Mitarbeiter der Licht- u. Kraftwerke Harz (heute Harz Energie) auf der Fahrkunst

1998 Die ehemalige Kunststrecke der Fahrkunst wird wieder freigelegt, um die 17,5 m lange Pleuelstange aufhängen zu können.

Blick auf den Fahrschacht der
Grube Samson
Blick auf den Fahrschacht der Grube Samson

1999 Grube Samson erhält den Preis für Denkmalpflege der niedersächsischen Sparkassenstiftung.
2001 50 Jahre Bergwerksmuseum Grube Samson. Im Gaipel der Grube Samson wird das Harzer-Roller-Kanarien-Museum eingerichtet.

Seildrift und
Kehrradstube
Seildrift und Kehrradstube der Grube Samson

2001 Die Licht- und Kraftwerke Harz fusionieren mit NKW und WKO zur Harz Energie GmbH & Co. KG.
2001 Seit dem 1. Dezember wird der Rehberger Graben durch ein Andreasberger Privatunternehmen im Auftrag der Harzwasserwerke GmbH betreut.

Motor der
Fördermaschine
Motor und Motorsteuerung der Fördermaschine

2003 Harz Energie erneuert den Antriebsmotor der Samsoner Fördermaschine nach 91 Betriebsjahren.

Oderteich im August 2003
Oderteich im August 2003

2003 Der »Rekord-Sommer 2003« hinterläßt auch im Harz seine Spuren. Der Oderteich ist vollkommen entleert. Die Wasserkraftwerke stehen ca. 4 Wochen still.

Der Neue Rehberger Graben kurz hinter
dem Staudamm
Der Neue Rehberger Graben kurz hinter dem Staudamm

2003 Seit 300 Jahren liefert der Neue Rehberger Graben Aufschlagwasser nach Sankt Andreasberg. Der Graben war der Meilenstein für die Bergstadt hin zum planmäßigen Betrieb des Bergwerkes.

Drecksumpf am Rehberger
Graben
"Drecksumpf" am Rehberger Graben

Rohrbruch
Das alte Rohr wird herausgetrennt

2004 Die Rohre der Samsoner Kraftwerke Grüner Hirsch und Sieberstollen werden nach 92 bzw. 82 Betriebsjahren langsam sehr dünn. Harz Energie erneuert im März 2004 ein Stück der Rohrleitung zum KW Grüner Hirsch direkt unter dem Gaipel.

Rohrbruch
Der Unimog der Harz Energie hilft beim Verlegen des neuen Teilstückes

2004 Im Herbst 2004 muß der Hilfe-Gottes-Teich vollständig entleert werden, weil das Rohr zur Schieberkammer defekt ist.

Rohrbruch
Der entleerte Hilfe-Gottes-Teich mit dem alten Striegelgestänge

2006 Ende 2006 werden die Stadtwerke St. Andreasberg für 1 Mio. € an die Harz Energie GmbH & Co. KG verkauft.

Wasserwerk
Stadtwerke Erdgas-VW T4 vor dem Wasserwerk im Odertal

2007 Die Turbinenwelle des Kraftwerkes Sieberstollen kehrt nach einem Reparaturversuch (leichte Unwucht) in den Gaipel zurück.

Wasserwerk
Die Turbinenwelle des Kraftwerkes Sieberstollen im Gaipel der Grube Samson

Wasserwerk
Die Turbinenwelle unterwegs im Förderschacht

Wasserwerk
Montage der Peltonschaufeln in 190 m Teufe      Foto: Marco Sauerbrey

2008 Die Welle des Kraftwerkes Sieberstollen wird erneut ausgebaut, um eine neue Turbinenwelle anfertigen zu lassen. Die 20 Peltonschaufeln liegen kurzzeitig im Gaipel.

Wasserwerk
Die 20 Peltonschaufeln liegen im Gaipel

2010 Am 01.08.2010 wird in Brasilia die UNESCO-Welterbestätte »Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar« durch die Oberharzer Wasserwirtschaft und die Grube Samson erweitert.


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Zuletzt aktualisiert am 14.05.2018